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Foto Jörg Donecker, BNN

Es war ein Winterabend in Karlsruhe. Einer von denen, an denen sich die Stadt früh zurückzieht, Lichter hinter Fenstern verschwinden und Menschen draußen bleiben, die kein Zuhause haben. An diesem Abend aber öffnete sich eine Tür.

Im Restaurant „El Toro“ standen gedeckte Tische. Stoffservietten, warmes Licht, Zeit. 35 obdachlose Menschen waren eingeladen worden – nicht zu einer Ausgabe, nicht zu einer schnellen Mahlzeit, sondern zu einem richtigen Weihnachtsessen. Organisiert von Florian Flickinger und getragen von vielen, die gesagt haben: Wir machen das jetzt. Ohne Verein, ohne Etikett. Einfach so.

Als PVESTATE GmbH haben wir diese Aktion unterstützt, weil sie etwas tut, das oft fehlt: Sie begegnet Menschen auf Augenhöhe.

Das Menü war schlicht und gut. Hühnerkraftbrühe mit Tortellini, Rindergulasch mit Nudeln, Tiramisu. Essen, wie man es sich selbst kochen würde, wenn Gäste kommen. Kein Verzicht, kein „für Bedürftige reicht das“. Sondern Normalität. Und genau darin lag die Wirkung.

Zwischen den Gängen wurde gesprochen, gelacht, zugehört. Musik lag leise im Raum. Es ging nicht um Schicksale, nicht um Erklärungen. Niemand musste erzählen, warum er hier war. Alle durften einfach da sein.

Solche Abende lösen keine strukturellen Probleme. Sie ersetzen keine Sozialpolitik, keinen Wohnraum, keine langfristige Hilfe. Aber sie zeigen etwas anderes: dass Würde nicht abstrakt ist. Sie entsteht im Kleinen. Durch Haltung. Durch Menschen, die einen Raum öffnen und sagen: Du gehörst dazu.

Mein Dank gilt allen, die diesen Abend möglich gemacht haben – den Organisatoren, den Gastronomen, den Helferinnen und Helfern vor Ort. Und besonders Florian Flickinger, der aus einer Idee einen Ort geschaffen hat, an dem für ein paar Stunden niemand draußen bleiben musste.

Manchmal beginnt Verantwortung genau dort: an einem gedeckten Tisch.

Dennis Seiberth
PVESTATE GmbH